Forward Darlehen zur Zinssicherung für Anschlussfinanzierungen
Juni 7, 2010 von Bloggerfratze
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Bei einer Immobilienfinanzierung ist es meistens nicht möglich, die vollständige Finanzierung mit nur einem Darlehen zu bewältigen. Die meisten Darlehensnehmer brauchen nach Ablauf der Zinsvereinbarung eine Anschlussfinanzierung.
Die Banken vereinbaren mit ihren Kunden in der Regel Zinsbindungszeiten von beispielsweise zehn Jahren. Der größte Teil der Darlehen ist dann noch nicht vollständig getilgt und der Kreditnehmer muss mit seiner Bank neue Konditionen aushandeln. Dabei bilden die zum Zeitpunkt der Prolongation üblichen Marktzinsen die Grundlage, aber auch die Bonität des Darlehensnehmers und die neue Zinsbindungsfrist. Sind die Zinsen im Vergleich zum ersten Darlehensabschluss gestiegen, erhöhen sich natürlich die Kosten für das Anschlussdarlehen.
Es lohnt sich deshalb häufig per Forward Darlehen die aktuelle Konditionen zu verlängern. Vorteilhaft ist es natürlich, dies während einer Niedrigzinsphase zu tun!
Forward Darlehen sind auch klassische Annuitätendarlehen, die aber nicht sofort nach Vertragsabschluss, sondern eventuell erst Monate später zugeteilt werden.
Kreditinstitute bieten dieses Forward Darlehen mit einer Vorlaufzeit von bis zu 60 Monaten an. Einen Vertrag für eine Anschlussfinanzierung kann man also fünf Jahre im Voraus abschließen. Mit dem Vertragsabschluss des Forward Darlehens wird der Termin der Auszahlung festgelegt. Zu diesem festgelegten Termin wird die kreditgebende Bank das Forward Darlehen an das bisher finanzierende Kreditinstitut auszahlen. Die Ablösung des alten Darlehens wird im Treuhandverfahren abgewickelt. Dabei wird gleichzeitig das Darlehen abgelöst und die Grundschuld übertragen.
Die Konditionen für Forward Darlehen sind wie bei den gängigen Annuitätendarlehen. Beim Abschluss werden feste Zinsen ausgehandelt, die für eine Laufzeit von 5 bis 20 Jahren unveränderlich sind. Die Zinsen für Forward Darlehen orientieren sich am allgemeinen Zinsniveau, hinzu kommen allerdings Forward-Aufschläge. Je nach Kreditinstitut werden dafür 0,01 bis 0,04 Prozent pro Monat berechnet.
Forward Darlehen haben für den Kreditnehmer sowohl Vor- als auch Nachteile. Vorteilhaft ist ohne Zweifel, dass mit diesen Darlehen günstige Zinsen langfristig gesichert werden können. Nachteilig kann sein, dass ein vertraglich vereinbartes Forward Darlehen abgenommen werden muss. Sind die Zinsen in dieser Zeit stabil geblieben oder sogar gefallen, kann ein Forward Darlehen eine kostspielige Entscheidung gewesen sein. Nur wenn das Zinsniveau wirklich steigt, können Darlehensnehmer mit Forward Darlehen sparen und die Gefahr steigender Zinsen absichern.




